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Unter dem Stichwort "Gymnasium 2020" erscheint beim ISB (Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München)
das Lessing-Gynasium als Modellprojekt für nachhaltiges Lernen. Über den Link können Sie sich dazu informieren.

http://www.gymnasium2020.bayern.de/unterrichtsentwicklung/nachhaltiges_lernen/offene_lernlandschaften/

Unterrichten in offenen Lernlandschaften

Es gibt kaum Gymnasien in Bayern, die in Offenen Lernlandschaften unterrichten, Unterrichtsentwicklung liegt uns besonders am Herzen.
Wir sind auf dem Weg...

Was ist spezifisch für die offenen Lernlandschaften?

Prinzipiell geht es uns darum, den Schulalltag, den Unterricht zu verändern. Die Schüler/-innen sollen Schule effektiver, attraktiver und in Selbstverantwortung erleben, die Lehrkräfte angenehmer, erfreulicher, und teamorientierter. Mit diesem Grundanliegen öffnen wir uns für Veränderungen.

Das sind zum Großteil praktische Veränderungen in Richtung Offenheit im Unterrichtsalltag:

„Offen“ heißt, nicht auf das Klassenzimmer beschränkt zu sein. Die Zimmertüren stehen in der Regel offen. In den Arbeitsphasen können die Schüler/-innen neben dem Klassenraum auch den Flur zum Arbeiten nutzen. Deswegen ist eine Offene Lernlandschaft mit Teppichboden ausgestattet. Wenn Kinder das Gefühl haben, sich einen Platz zum Lernen aussuchen zu dürfen, dann lernen sie bereitwilliger, denn sie fühlen sich physisch und psychisch wohler.
Wir lernen in Gemeinschaft mit anderen Klassen und nehmen aufeinander Rücksicht. Symbol dafür ist die offene Tür.

„Offen“ heißt, Freiraum durch bewegliches Inventar. Das Klassenzimmer ist nicht auf eine starre Sitzordnung festgelegt. Die Kinder können mit den beweglichen Tischen beliebige Kombinationen entwickeln. Die beweglichen Tafeln laden zum Experimentieren ein, eignen sich als Arbeitsfläche bei Gruppenarbeit oder als Info-Brett.

„Offen“ heißt, dass die Lehrkraft nicht auf einen Platz im Klassenzimmer fixiert ist. Die Tafeln befinden sich an drei Seiten im Klassenzimmer, die Kinder sitzen nicht in eine Richtung gewandt, die Lehrkraft agiert nicht zwingend von der Haupttafel aus.
Sie  ist häufig direkt bei den Tischgruppen und ändert oft ihre Position in der Lernlandschaft. Die Beweglichkeit der Lehrkraft ist zugleich ein Symbol dafür, dass der Frontalunterricht nicht im Vordergrund steht.

„Offen“ heißt, Teamarbeit zu pflegen.Die Schüler/-innen lernen in der Regel im Team und nutzen alle Techniken des Prinzips Schüler lehren Schüler. Im fächerübergreifenden Projektunterricht ab der 8. Klasse erarbeitet eine feste Gruppe von 4 – 5 Schüler/innen ca. 8 Wochen lang jeweils an einem Nachmittag ein selbst gewähltes Produkt.

Die Lehrkräfte treffen sich regelmäßig in Hauptfachteams, bereiten den Unterricht gemeinsam vor und einigen sich auf gemeinsame Vorgehensweisen.

„Offen“ heißt, ein höheres Maß an Individualität zu ermöglichen. Wichtigstes Potential sehen die Offenen Lernlandschaften in der Selbständigkeit der Schüler/-innen. Unsere Überzeugung ist, dass ein Kind nachhaltiger lernt, wenn es möglichst viel selbst erarbeitet. Selbsttätigkeit ermöglicht das Arbeiten im individuellen Tempo. Leistungsstarke Schüler/-innen erfahren Selbstbestätigung, weil sie ihr Pensum schnell bewältigen und Zusatzaufgaben oder Belohnungen erhalten. Schüler/-innen, die sich schwerer tun, erhalten viel Unterstützung durch die Lehrkraft, die in der Offenen Lernlandschaft häufig den Eins-zu-Eins-Kontakt pflegen kann.

Durch all diese Offenheit entsteht eine Lernlandschaft, die auf der einen Seite mehr als bisher den Bedürfnissen der Kinder entsprechen soll, Lernen effektiver und attraktiver gestalten soll, auf der anderen Seite uns Lehrern und Lehrerinnen ein angenehmes und befriedigendes Arbeiten ermöglichen soll.

Unser Nah- und Fernziel:
Wir erziehen die Kinder systematisch zu eigenständigem Arbeiten, zu Selbstdisziplin, Mitverantwortung, Kooperationsbereitschaft und Gemeinschaftssinn. Wir versuchen, Schule zu einem Lebensraum zu formen, der allen Beteiligten ein hohes Maß an Lebensqualität schenkt. Wir arbeiten daran, auch die gesamte Mittel- und Oberstufe in unser Konzept einzubeziehen.