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Buecher aus dem FeuerBücher aus dem Feuer

„Wir wollen das Werk in heutiger Zeit wieder aufleben lassen.“
Mit diesen Worten eröffnete ein Schüler das Projekt seiner Gruppe und beschreibt damit gleichzeitig den Grundgedanken der Veranstaltung.
Es handelt sich um die Gedenkaktion „Bücher aus dem Feuer“, welche anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 durch die Nazis ins Leben gerufen wurde. Seit der Gründung im Jahr 2003 findet das Projekt immer mehr Gehör in ganz Deutschland, auch das Lessing-Gymnasium Neu-Ulm nimmt seit mehreren Jahren daran teil. Aus diesem Grund versammelten sich Schüler, Lehrer, Eltern und Interessierte am Freitag, den 09.Mai 2014, in der Neu-Ulmer Stadtbücherei.
Zu Beginn wurde ein Ausschnitt des Romans „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner mit einem Playmobilfiguren-Film untermalt. Ebenfalls auf dem Programm standen seine bekannten Kinderbücher „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Das doppelte Lottchen“. Währenddessen kam mir immer wieder die Frage, wieso diese Werke verbrannt, beziehungsweise verboten wurden, schließlich handelt es sich keineswegs um „auffällige“ Texte. Diese Ansicht teilen auch die Projektteilnehmer, wie ich später erfahren habe. So erzählte eine Schülerin: „Zum Thema Bücherverbrennung haben wir gelernt, dass es oft absurd war, was für Bücher verbrannt wurden. Wenn ein Autor einmal einen missliebigen Text geschrieben hatte, wurden einfach alle anderen Werke mitverbrannt.“ Neben Erich Kästner waren unter anderem auch Autoren wie Joachim Ringelnatz betroffen.Buecher aus dem Feuer
 Im Laufe des Abends erkannte man sehr schnell, wie einfallsreich die Schüler waren, denn sie hatten die unterschiedlichsten Ideen, wie sie ihr ausgewähltes Werk wieder zum Leben erwecken können. Von musikunterlegten oder bildunterstützten Vorträgen, über Schatten- und Schauspiel, bis hin zu Filmen in denen beispielsweise das Lessing-Gymnasium auf einmal das „fliegende Klassenzimmer“ beherbergte, war alles vorhanden. Manchmal konnte ich mir das Schmunzeln oder das Lachen nicht verkneifen, wodurch sich nochmals bestätigte, dass die Schüler eine gute Arbeit geleistet haben. Trotz kleiner Pannen war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Mir hat es riesigen Spaß gemacht zuzuschauen und vor allem sind mir die einzelnen Werke im Gedächtnis geblieben. Somit wurde der Zweck der Aktion erfüllt: Die Werke und Autoren werden nicht in Vergessenheit geraten.
Den Schülern scheint das Projekt jedenfalls gefallen zu haben. „Ich fand das Projekt echt total super, da es mal etwas Anderes war. Nicht immer diese ganzen langweiligen Referate.“, verrät eine Schülerin. Nichtsdestotrotz sind sich alle einig, dass das Projekt sehr viel Zeit, Arbeit und Nerven gekostet hat. So erklärte mir ein Projektteilnehmer:  „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so viel Zeit braucht einen Textausschnitt bühnenreif zu machen.“
 „Wir haben gelernt uns in kürzester Zeit mit einem Text zu beschäftigen und ihn gleichzeitig auch noch zu inszenieren. Außerdem haben wir uns dadurch noch außerhalb des Unterrichts mit der Bücherverbrennung und den beteiligten Autoren beschäftigt.“, erzählt mir eine der Neuntklässlerinnen und ein Mitschüler fügt hinzu, dass er gelernt habe, wie wichtig es sei, dass die Teamarbeit klappe. Rückblickend hat also jeder etwas aus dem Projekt mitgenommen.

Andrea Pisari
(Q11, Lessing-Gymnasium)

Buecher aus dem Feuer