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Gelungene Präsentation der Seminararbeiten

Geschichte PräsentationAm Dienstagabend hatte der Historische Verein Neu-Ulm zu einer Premiere geladen: Nicht Fachwissenschaftler traten diesmal im Saal der Musikschule als Referenten auf, sondern Nadja von Nitzsch, Sarah Sot und Michael Sieben aus der Q12 des Lessing-Gymnasiums. Sie präsentierten ihre Arbeiten aus dem W-Seminar „Geschichte der Stadt Neu-Ulm“, die in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv entstanden waren, dem interessierten Publikum.

Der 1.Vorsitzende des Historischen Vereins, Ulrich Seitz, betonte in seiner Begrüßung, dass der Verein mit dieser Veranstaltung Neuland betrete, er sich aber besonders freue, dass damit den Historikern von morgen ein Forum geboten werde, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit vorzustellen.

Als erste Referentin stellte Nadja von Nitzsch die Römer-Villa beim Kollmannspark vor, die der Fabrikant Hans Römer als Privatschlösschen bis 1919 erbauen ließ. Anhand der Entwurfsskizzen sowie einer Vielzahl zeitgenössischer und aktueller Bilder des Gebäudes konnte sie sehr anschaulich zeigen, dass dieses Frühwerk des Architekten Hugo Häring mit einer durchdachten Mischung verschiedenster Stilformen ein architektonisches Schmuckstück darstellt.

Auch Sarah Sot präsentierte ihre Ergebnisse zum Leben der Lehrerin Anna Pfänder sehr routiniert und flüssig. Anna Pfänder war eine der ersten Frauen im Neu-Ulmer Stadtrat (1919-33). Ihr Beispiel zeigt einerseits, dass es für Frauen in der Weimarer Republik neue Möglichkeiten gab, andererseits bestanden aber immer noch Einschränkungen. So musste sich Anna Pfänder wegen des geltenden Lehrerinnenzölibats zwischen Familie und Beruf entscheiden. Sehr interessant waren auch die differenzierten Aussagen zur Haltung Anna Pfänders während der Zeit des Nationalsozialismus, in der sie beispielsweise die Familie des im KZ ermordeten Clemens Högg heimlich unterstützte.

Sehr engagiert und völlig frei präsentierte Michael Sieben wichtige Faktoren, die zum „Wirtschaftswunder“ in Neu-Ulm beitrugen. Statistiken und Bilder illustrierten die entscheidenden Weichenstellungen beim Wiederaufbau. Als Beispiel für Erfindungsreichtum (SETRA-System) und unternehmerischen Erfolg stand im zweiten Teil die Firma Kässbohrer im Mittelpunkt.

Der lang anhaltende Applaus der Zuhörer für die Schüler, deren Vorträge unterhaltsam und auf hohem wissenschaftlichem Niveau waren, zeigt es deutlich: Die jungen Forscher konnten auch das Fachpublikum überzeugen.

T. Kirschner

 
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